von Karin Kemal
"Er ist ein Fels, vollkommen ist sein Tun, denn alle seine Wege sind recht; ein Gott der Treue und ohne Falsch, gerecht und wahrhaftig ist er." 5. Mose 32, 4 Im Neuen Testament wird über die Treue Gottes bekräftigt: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht und vergibt uns die Sünden und macht uns rein von aller Ungerechtigkeit1. Joh. 1,9
Es ist klug, auf festem Grund zu bauen. Und doch, wer in aller Welt die mächtigen Burgen auf den Felsen besucht, bestaunt und ihre Geschichte bedenkt, kommt zwangsweise zur Erkenntnis, nichts bleibt so, wie es ist. Als Kloster wurde St. Hilarion im 9./10. Jahrhundert einst errichtet, als Kreuzfahrerfestung ausgebaut, vielen verschiedenen Herren dienend und endlich als Touristenattraktion Reiseziel in einem gespaltenen Land. Zypern hat das Pech an strategisch wichtigem Ort zu liegen. Den Beherrschern der Insel ist der 34. Psalm, Vers 15 wohl nie Herzenssache gewesen: „Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach. Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien“. Kurz sind die friedlichen Zeiten gewesen, groß der Blutzoll in den Machtkämpfen. Man kann es sehen: zuerst zerfallen die Burgen und dann irgendwann wird der Fels nicht mehr sein. Die Natur nimmt ihren Lauf. Sosehr man sich auch bemüht die Monumente der menschlichen Kultur, Leistung und Machtausübung zu erhalten. Gott aber ist, der er ist2. Mose 3,14. Er wird ewig überdauern, heißt das.
Nach vielen unseligen Irrungen auch in unserer christlichen Geschichte gibt es ihn seit 1983, den gemeinsamen Lernweg christlicher Kirchen zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, den „Konziliaren Prozess“. Er verlangt von uns glauben und handeln, begründet durch zehn Grundüberzeugungen.
Die Formulierung der ersten Grundüberzeugung beginnt mit den Worten: „Wir bekräftigen, dass alle Ausübung von Macht vor Gott verantwortet werden muss. …
In der siebenten Grundüberzeugung heißt es: „Wir bekräftigen, dass Gott die Schöpfung liebt. Gott, der Schöpfer, ist der Ursprung und der Erhalter des ganzen Kosmos. Gott liebt die Schöpfung […] Da die Schöpfung von Gott ist und seine Güte die ganze Schöpfung durchdringt, sollen wir alles Leben heilig halten …
Wie dringend es nötig ist die Grundüberzeugungen des Konziliaren Prozesses zu verinnerlichen, machen uns einfache Beobachtungen klar:
- seit 1990 ist die Gesamtzahl der Insekten in Deutschland um ca. 76% zurückgegangen, nicht nur auf Bienen bezogen, dafür haben wir eine ganze Reihe tierischer Neubürger wie die Kastanienminiermotte,
- früher allgegenwärtig gewesene Tiere sind den meisten Menschen aus dem Blickfeld verschwunden, wie z. B. Esel einst auch bei uns häufiges Lastentier – in vielen Märchen besonders erwähnt wie in den Bremer Stadtmusikanten oder Tischlein deck dich.
- Grünflächen nehmen immer mehr ab – 62 Hektar werden derzeit in Deutschland als Siedlungs- und Verkehrsflächen täglich neu ausgewiesen, wie auch in Zypern die bebauten Flächen zu Lasten der Natur wachsen.
„Wer hat dich, du schöner Wald, aufgebaut so hoch da droben? Wohl, dem Meister will loben, solang noch mein Stimm' erschallt. Lebe wohl, lebe wohl, lebe wohl du schöner Wald!“ So hat einst Eichendorff gedichtet. Wald ist auch Wirtschaftsraum in den meisten Fällen. Mit einer Holzerntemaschine (Harvester) können am Tag bis zu 200 Bäume von einem Waldarbeiter geerntet werden. Bäume sind nach 80 Jahren (Fichte) bis 200 Jahren (Stieleiche) erntereif. Aber Wald ist auch ein besonderer Lebensraum. Jeder Baum ein Lebewesen, das Lebensraum für andere selbst nach dem Tod bietet. Auch Totholz ist Heimstatt für Moose, Pilze, Käfer, Fledermäuse und Vögel.
In unserer Sprache ist Treue von triūwe abgeleitet meint „fest sein, sicher sein, vertrauen, hoffen, glauben, wagen. Es liegt an uns treue Sachwalter der Schöpfung zu sein. Gott hat sie so geschaffen, dass wir sie und ihre Gesetze erkennen können. Wie z. B. die Gesetze eines gesunden Waldes. Wer etwas für ihn tun möchte, achte auf diesen Label:

Die FSC-Warenzeichen auf Holz und Holzprodukten stehen weltweit für Transparenz und Glaubwürdigkeit. Sie gewährleisten, dass Menschen und Natur fair und verantwortungsvoll behandelt werden und sind weltweit auf einer stetig wachsenden Produktpalette zu finden.